Frohe Weihnachten!

Trotz der sommerlichen Temperaturen (tagsueber an die 30 Grad) kommt auch bei uns langsam Weihnachtsstimmung auf. Im letzten Monat haben wir hier schon einige Weihnachtstraditionen aus Deutschland aufleben lassen: für die CEROWC-Mitarbeiter haben wir beispielsweise einen Adventskalender mit deutschen Süßigkeiten sowie Scherzfragen oder Quizfragen über Deutschland gebastelt. Am Nikolaustag haben wir allen Nonnen einen kleinen Schokoengel in die Schuhe gelegt und Belanas Eltern haben Material fuer einen Adventskranz geschickt, der nun die Kapelle schmückt. Zusammen mit unserer Mentorin, ihrer Schwester und einer der Nonnen haben wir Weihnachtsdeko und ein Lebkuchenhaus gebastelt. Auch der kleine Tannenbaum der Nonnen konnte unserem Weihnachtsschmuck nicht entgehen.

Aber etwas Wichtiges fehlte noch: 
Die Weihnachtsplätzchen. Und so verwandelten wir die Konventküche Sonntagnachmittag in eine Weihnachtsbäckerei. Ohne Waage, Messbecher, Rührgerät oder Ofen war das garnicht so einfach. Also frei nach Schnauze und Augenmaß. So wurden 250 Gramm Mehl auch schnell mal zu 500 Gramm. Nach einer Ewigkeit des Knetens war unser Teig endlich bereit zum Ausrollen und Ausstechen. Glücklicherweise gibt es im Konvent eine Mikrowelle mit Grillfunktion, sodass sich das Ofenproblem schnell erübrigte.
Am Tag darauf fand dann die CEROWC-Weihnachtsfeier statt. Den ganzen Vormittag haben wir mit den Mitarbeitern und Nonnen gekocht, dekoriert und eine Krippe gebaut. Unsere Kekse haben noch einen Schokomantel bekommen und dann konnte es auch schon losgehen. Nach einem kurzen Gebet war das Festtagsbuffet eröffnet. So saßen wir alle im Halbkreis um die Krippe und haben uns die Sonne ins Gesicht strahlen lassen.

Am Donnerstag vor Heiligabend durften wir Teil einer indischen Weihnachtstradition sein: 
Dem Carol-Singing
Zusammen mit etwa 70 Gemeindemitgliedern sind wir durch Bhopal gefahren und haben in den Wohnzimmern der hier lebenden Christen gesungen und getanzt. Als Christ kann man sich im Vorhinein dafür anmelden- dann kommt in der Woche vor Weihnachten der ganze Pulk an deine Tür. Eine kleine Jesusstatue wandert mit von Wohnzimmer zu Wohnzimmer. Nach einem kurzen Gebet verteilt die Familie Kuchen und Kekse für die Sänger. Indische oder internationale Weihnachtshymnen- Hindi oder Englisch. Begleitet vom Rhythmus der Trommeln fuhren wir durch die Nacht.



An Heiligabend zogen wir uns spät abends unsere besten Saris an, um mit den Nonnen die Christmette zu besuchen. Danach- gegen 01:30- ging es aber keinesfalls ins Bett! Bis spät in die Nacht wurde auf dem Kirchenvorplatz ein traditioneller indischer Tanz getanzt. Man hält sich an den Händen und tanzt im Kreis um die Trommler herum. Alle freuten sich uns tanzen zu sehen. Gar nicht so einfach da mitzukommen, denn sobald wir die Schrittabfolge verstanden hatten wurde auch schon der Rhythmus geändert!

Die Kirche am Heiligabend

In den nächsten Tagen werden wir hier im Konvent eine ruhige Zeit verbringen. Ab und zu kommen Nonnen aus anderen Konventen zu Tee und Gesang vorbei.

Die selbstgebaute Krippe kann sich sehen lassen!

Wir wünschen Euch ein schönes und friedliches Weihnachtsfest! 
Sonnige Grüße aus Bhopal, Eure Belana und Lisa

PS: Bald geht es für uns auf große Urlaubstour. Silvester verbringen wir dieses Jahr in Goa am Strand. Da wir auf die Last eines Laptops unterwegs verzichten wollen, wünschen wir euch heute auch schon einmal einen guten Rutsch ins neue Jahr!






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