"Was macht ihr da eigentlich den ganzen Tag?"

Spontan will ich auf diese Frage immer mit hochgezogenen Augenbrauen und einem "Viel!" antworten.

Unsere tatsächlichen Aufgaben bei CEROWC kristallisieren sich allmälich heraus und der Alltag pendelt sich ein.
Lisa und ich stehen jeden Tag zwischen 6 und 7 Uhr auf.
Montags und Mittwochs ist Deutsches Frühstück angesagt. Unter den skeptischen Augen der Nonnen braten wir Spiegeleier und stellen Müsli bereit. Besonders die Pfannkuchen kommen sehr gut an!

Jeden Morgen bringt uns eine der Schwestern für eine Stunde Hindi bei.
Ab 9 Uhr ist das Office geöffnet. Begonnen wird mit einem Morgengebet, an dem alle Nonnen, die Mitarbeiter und wir gerne teilnehmen. Anschließend gibt es Tee. Ein guter Start in den Arbeitstag.

Mehr oder weniger spontan wird entschieden, ob wir einen Officetag haben.
An Officetagen gehen wir zusammen mit unserer Mentorin in unser Büro. Ein großer Raum, den man vom Konvent und vom Büro aus betreten kann. Dort bereiten wir die Englisch- und Computerkurse, sowie die Bastel- und Nähaktionen in den Dörfern vor. Wenn wieder einmal ein Fest ansteht wird er kurzerhand zum Tanzstudio umfunktioniert. Von 10 bis 16 Uhr sind wir hier zu finden.

An Villagetagen geht es meistens um halb 11 mit dem Jeep los in eines der ca 20 Kilometer weit entfernten Dörfer. 2 Schwestern, Tulsi und wir. In den Viillages werden die Frauen vom Konvent durch Selbsthilfegruppen, das Erstellen von Bankkonten und Pflanzenspenden unterstützt. Nach gut einer Dreiviertelstunde Fahrt durch Wälder, Flüsse und Tigerreservate erreichen wir unser Ziel.

Die Frauen des Dorfes versammeln sich in einem der Häuser. Die Schwestern beginnen die Meetings meist mit einem Lied. Danach erzählen die Frauen ihnen von ihren Erfolgen und Problemen, wir machen Notizen. Gebastelt wird entweder mit jüngeren Frauen zeitgleich mit den Meetings, oder im Anschluss daran mit den Frauen aus der Selbsthilfegruppe.

Nachmittags geht es zurück zum Konvent. Unsere Freizeit verbringen wir damit, selbst ein bisschen zu basteln, zu nähen, Filme zu schauen zu schreiben oder zu lesen. Natürlich gehören auch Putzen, Wäsche waschen und Bügeln zu unserem Abendprogramm.

Manchmal besuchen wir unsere Mentorin Tulsi und ihre Familie zuhause. Wir quatschen, trinken Chai und hören indische Musik. 

We are becoming Indianized


von Belana

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